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PU-Zahnriemen treiben rasende Kameras an

„Auf die Plätze, fertig, Schuss“. Wer hat noch die rasanten Fernsehbilder vom Trommelwirbel der schnellsten Beine der Welt auf der Tartanbahn vom Olympiastadion in Sidney 2000 im Kopf? Hautnah dabei lieferten uns mitrasende, mitspringende und mitlaufende Kameras Bilder in einer neuen Dimension ins Haus. Ungläubig schauten wir von oben in die Sprungkurve eines Stabhochspringers, waren im Schwimmstadion auf Höhe der führenden Wasserratte oder genossen das völlig neue Zuschauergefühl, auf Höhe des führenden Langstrecklers die Schweißtropfen auf seiner Stirn perlen zu sehen.

Möglich macht das alles ein Kameraführungssystem, das 1992 bei Olympia in Barcelona erstmals erprobt wurde und seit dem bei jeden olympischen Sommer- und Winterspielen immer weiter perfektioniert wurde. Beim britischen Formel-1 Grand Prix fuhr die Kamera mit Michael Schumachers Ferrari in der Boxengasse parallel, dokumentierte in Wimbledon das „Plopp“ der gelbe Bälle und verfolgte Madonnas aufsehenerregende Bühnenshow.

Maßgeblich an der Entwicklung des Antriebs- und Führungssystems dieser Kamera beteiligt ist das englische MULCO-Europe EWIV-Mitglied Transmission Developments. Vorstellen muß man sich dieses System wie eine kleine Eisenbahnstrecke, auf der die inklusive Gerüst 125 Kilogramm schwere, girostabilisierte TV-Kamera in einem Ufo-ähnlichen Spezialgehäuse ferngesteuert beschleunigt und abgebremst wird. Dabei werden Beschleunigungen von bis zu 8m/s² erreicht. Die konstante Geschwindigkeit bei gleichmäßiger Fahrt liegt bei 14m/s. Der antreibende Servomotor hat einen Drehmoment von 80 Nm.

Diese Kräfte zu übertragen ist Aufgabe von PU-Zahnriemen, die aufgrund ihrer nahezu idealen Eigenschaften den Vorzug vor Kettenantrieben erhielten. Schließlich sind es neben der Übertragung der Drehmomente nicht nur die enormen Längen der Zahnriemen von über 200 Metern bei der 100m-Laufstrecke und der Endkurve sondern auch die vielen äußeren Einflüsse wie Staub und Nässe aus Sprunggruben und Laufstrecken, die es zu berücksichtigen galt. Natürlich müssen auch der absolut gleichmäßige und ruckelfreie Lauf und die sanften Bewegungen der Kameras gewährleistet sein. Wackelnde Bilder würden sicherlich jedem Fernsehzuschauer den neuen Sehspaß verderben. Nicht zu unterschätzen waren auch die umgebungs- und witterungsbedingten Einflüsse, vermischten sich doch Staub und Sand aus den Sprunggruben bei Regen zu einem schmirgelnden Brei.

Auch die Vorbereitung der „Operation Sidney“ liest sich beeindruckend. Fünf Monate vergingen für Entwurf, Aufbau und Versand der insgesamt acht bei den Olympics eingesetzten Systeme. 16,5 Tonnen Ausrüstung wurden in vier großen Seefracht-Containern per Boeing 747 fast rund um die Erde auf den Erdteil der Känguruhs geflogen, wo dann 16 Spezialisten den Aufbau übernahmen. Zu diesem Zeitpunkt hatten bei Transmission Developments schon viele Entwicklungsstufen und Testfahrten mit PU-Zahnriemen von MULCO-Europe EWIV-Mitglied BRECO stattgefunden, aus denen sich die Riemen 20 AT10 für Gerade und Endstrecke sowie 25 AT10 für die letzten 100 Meter Gerade für den endgültigen Einsatz herauskristallisierten.

Bedenkt man, welchen Kräften und äußeren Einflüssen allein der mit 420 Metern längste Endloszahnriemen für Gerade und Endkurve ausgesetzt ist, werden auch in dieser ungewöhnlichen Anwendung wieder einmal die überzeugenden Eigenschaften von PU-Zahnriemen deutlich:

  • hoch abriebfest
  • weitgehend resistent gegen Öle, Fette, Laugen und schmirgelnde Stäube
  • schlupf- und ruckfrei
  • leiser Lauf

Im olympischen Jahr 2002 lieferten die fahrenden Kameras unter anderem bei den Winterspielen in Salt Lake City aufregende Bilder der kämpfenden Athleten in der Langlaufspur oder im Eisoval ebenso bei den Commonwealth-Spielen. Freuen wir uns also auch weiterhin auf faszinierende Fernsehbilder, hinter denen letztlich das überzeugende Know-how der MULCO-Europe EWIV-Gruppe steht, die in 2001 ihr 50jähriges Bestehen feierte.

www.mulco.de


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