
Unverzichtbar bei der vollautomatisierten Überprüfung großer Wirkstoffbibliotheken: die Mikroplatte.
In der Pharma- und Biotechnologieindustrie ist es Alltag: abhängig von den verwendeten Testsubstanzen müssen innerhalb 24 Stunden bis zu 200.000 Substanzen auf ihre Wirkstofffähigkeit untersucht werden. Diese Geschwindigkeit des „Screening“ genannten Verfahrens wurde durch eine Miniaturisierung der Proben erreicht, an der die CyBio AG mit ihren Geräten und Verfahren maßgeblich beteiligt war und ist.
Noch Anfang der 90er Jahre galten 10.000 Probeexperimente pro Jahr als gute Leistung. Fast alle ersten Adressen der Pharma- und Biotechnologie setzen heute beim sogenannten Liquid-Handling (Aufnehmen, Transferieren, Abgeben und Verteilen von Flüssigkeiten) auf Systeme des seit über 20 Jahren in Jena tätigen Unternehmens, das zu den weltweit führenden Anbietern der Laborautomation zählt. Im Mittelpunkt stehen dabei Pipettierautomaten wie die Pipettierplattform CyBi-Well vario.
Entwicklungszeiten verkürzen

Pipettierplattform CyBi-Well vario.
Mikroplatten exakt positionieren
Vereinfacht beschrieben, besteht ein Pipettierautomat aus einem Mehrkanal-Pumpsystem, Pipettierspitzen (Tips), einer Waschstation sowie Mikroplatten-Transportsystemen.Die Aufnahme, Abgabe und Verteilung der Flüssigkeit in und aus sogenannten Mikroplatten (mit 96, 384 oder 1536 „wells“ = Vertiefungen) wird durch die schrittweise Bewegung eines hochpräzisen Schrittmotors gesteuert, der den Positionierungstisch mit der Mikroplatte durch x-y-z-Bewegung exakt unterhalb des Kopfes und nach oben zu den Spitzen transportiert. Der Pipettierkopf inklusive Pipettenspitzen wird dabei nicht bewegt, was Verschleißerscheinungen durch ständige Bewegung ausschließt sowie eine hohe exakte Positionierung der Mikroplatten erlaubt.
Durchsatzgeschwindigkeit steigern
In dieser Trennung von Pipettierkopf und Transporteinheit liegt das Geheimnis der CyBio Transporttechnik. Per Unterdruck saugen die Tips Flüssigkeit an und geben diese in Kleinstmengen wieder ab. Die Genauigkeit und Präzision im Mikroliterbereich wird so nicht nur über eine individuelle Platte sondern über Tausende von Platten garantiert. Mit dieser Lösung und einer Durchsatzgeschwindigkeit von 1536 Probengängen in nur 30 Sekunden ist CyBio Pionier bei Systemen, die im 1536-well Format arbeiten.Zahnriemen für hohe Präzision

SYNCHROFLEX Polyurethan-Zahnriemen in der Antriebseinheit des CyBi-Well vario.

Martin Blossey (rechts) und André Schmidt im Gespräch.
RoHS-konformes Zahnscheibenprogramm
Die CyBio AG ist auch eines der ersten Unternehmen, das Mulco in eine lückenlose RoHS-Kette eingebunden hat. Sämtliche Produkte der Mulco sind seit dem 1. Januar 2008 RoHS-konform lieferbar. Synchronscheiben, Spannrollen und Zubehör sind bis auf in der Verordnung zugelassene Grenzwerte frei von Blei, Cadmium, Quecksilber und sechswertigem Chrom. Im Kunststoffbereich gilt das für Flammhemmer wie polybromierte Biphenyle (PBB) und polybromierte Diphenylether (PBDE). Das in Zahnriemen von Mulco verwendete hochverschleißfeste Polyurethan und die eingegossenen Stahlkord-Zugträger waren ohnehin immer schon RoHS-konform.RoHS habe auch in der Zusammenarbeit zwischen Mulco und der CyBio AG Veränderungen gebracht, so Martin Blossey. Früher wurde RoHS-konformes Material entweder per Zeichnung vorgeschrieben oder aber bei entsprechend höherer preislicher und zeitlicher Mehrbelastung hochfestes AlZnMgCu0,5 (Synchronscheiben) eingesetzt. Das jetzt von Mulco generell eingesetzte RoHS-konforme, bleifreie Aluminium (EN AW-AlCu4MgSi(A) / EN AW-2017A) bringe außer dem Preisvorteil gegenüber Sondermaterialien auch den Vorteil, auf alle Standard-Lagerscheiben aus dem Mulco-Programm zurückgreifen zu können und nicht auf Anfertigungsware mit entsprechenden Lieferzeiten angewiesen zu sein.
Hannover, September 2008
www.mulco.de